Vergütung nach 20 Jahren

Als Betreiber einer Photovoltaik Anlage können wir aufgrund der langlebigen Technik von Photovoltaik Anlagen weit über die 20 Jahre Abschreibungszeit und Vergütungszeit einer Photovoltaikanlage hinaus planen. Bei Dachanlagen mit neu sanierten Dächern können wir von einer Laufzeit von 40 Jahren ausgehen. Wie sich die Vergütung in 20 Jahren entwickeln wird und vor allem welche Möglichkeiten es für die Vermarktung des Stromes geben wird, kann heute noch nicht exakt vorher gesehen werden. Im Folgenden gehen wir auf die derzeit bekannten Möglichkeiten ein und klären die wichtigsten Grundvoraussetzungen für ein langfristig lukratives PV Investment.

Vergütung-nach-20-Jahren

Ein Pachtvertrag über 40 Jahre

Eine wichtige Voraussetzung bei einem Photovoltaik Direktinvestment für die optimale Ausschöpfung der Gewinne ist ein langfristig geschlossener Pachtvertrag. Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darf ein Pachtvertrag für die Dachflächenvermietung nicht länger als 20 Jahre geschlossen werden.

Die Lösung ist daher:

Der Pachtvertrag wird über 20 Jahre geschlossen, plus einer Verlängerungsoption. Diese Verlängerungsoption sollte unbedingt einseitig und zu Gunsten des Anlagenbetreibers ausgelegt sein. Dh. sollte der Anlagenbetreiber diese Option nutzen, so muss der Grundstückseigentümer einwilligen. Die Höhe der Pacht für die Verlängerungsoptionen sollte ebenfalls im Vorfeld über einen Pachtvertrag geregelt sein.

Die optimale Laufzeit für einen Pachtvertrag liegt bei 40 Jahren. So können Sie als PV Anlagen Besitzer über einen sehr langen Zeitraum Erträge aus Ihrer Anlage erzielen oder ggf. bei einer Veräußerung der Anlage nach bspw. 20 oder 30 Jahren, sehr viel für Ihre Bestandsanlage verlangen. Die Vertragslaufzeit sollte daher optimaler Weise lauten: 20 Jahre plus 2 x 10 Jahre Verlängerungsoption.

Die Höhe der Vergütung nach 20 Jahren

Bei der Höhe der Vergütung nach 20 Jahren können wir mit Vergütungsmöglichkeiten rechnen, die uns bereits bekannt sind. Wir können aber auch davon ausgehen, dass in den kommenden 20 Jahren viele weitere Lösungen für die lukrative Vermarktung des Stromes auf uns zukommen werden. In Photovoltaik investieren ist zukunftsträchtig.

Vor 20 Jahren, als die ersten PV Anlagen mit dem im Jahr 2000 beschlossenen Erneuerbaren-Energien-Gesetz erbaut wurden, konnte niemand wissen, dass es in 2016 einen Gesetzesbeschluss geben wird, in dem die Pflicht zur Direktvermarktung bei neu gebauten PV Anlagen ab einer Anlagengröße von 100kWp eingeführt wird. Dieses Gesetz besagt, dass alle neu gebauten PV Anlagen ab 100kWp den Strom über einen Direktvermarkter an der Börse verkaufen lassen müssen. Hier erwirtschaftet der Direktvermarkter ca. 4-5 Cent pro kWh. Die fehlenden ca. 3 Cent pro kWh für die ca. 8 Cent EEG Vergütung erhält der Anlagenbetreiber durch den Energieversorger. So stellt sich Stand heute (Mitte 2020) die EEG Vergütung zusammen. Durch diese Direktvermarktung muss deutlich weniger Vergütung aus dem EEG Umlage Konto gezahlt werden. Zeitgleich können somit alle PV Anlagen Besitzer Ihre Anlage, ohne etwas zu unternehmen, nach 20 Jahren EEG Vergütungslaufzeit einfach weiter betreiben.

Sollte der Strompreis an der Börse die EEG Vergütung während der ersten 20 Jahre Laufzeit übersteigen, so kann mit der PV Anlage mehr erwirtschaftet werden, als mit der gesetzlichen Vergütung. Diese dient währen der Vergütungslaufzeit immer wieder als "Auffangbecken" und sichert die Erträge Ihrer PV Anlage nach unten hin ab.

Im Jahr 2000 wurde mit 20 Jahren Laufzeit geplant. Im Anschluss plante jeder PV Anlagen Betreiber den Rückbau der PV Anlage ein. Stand heute wissen wir, dass wir weit über die Laufzeit von 20 Jahren rechnen können und der Betrieb einer PV Anlage über 40 Jahre ohne weiteres möglich ist.

Fazit:

Wir halten also fest, dass es in den kommenden 20 Jahren viele neue Möglichkeiten geben wird, den Strom einer Photovoltaikanlage gewinnbringend zu verkaufen. Wir können davon ausgehen, dass wir in 20 Jahren Strom brauchen werden, voraussichtlich mehr als je zuvor. Wir bekommen den Strom also verkauft, die Frage bleibt nur noch, wir hoch wird der Erlös sein?

Betrachtet man die lange Entwicklungsphase von 20 Jahren, so werden viele dieser Möglichkeiten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch viel gewinnbringender sein, als die bisher bekannten Methoden. Auf die bisher bekannten Methoden gehen wir im Folgenden weiter ein:

Die bisher bekannten Möglichkeiten des Stromverkaufes eines PV Investment

Im Folgenden gehen wir auf die bisher bekannten Möglichkeiten der Stromvermarktung einer Photovoltaik Anlage ein, die als PV Direktinvestment betrieben wird.

Die Direktvermarktung über den Direktvermarkter und die Strombörse

Bei der Direktvermarktung des Stromes nach den 20 Jahren EEG Vergütungszeit wird der Strom durch einen Direktvermarkter an der Leipziger Strombörse verkauft. Der Direktvermarkter erwirtschaftete im Jahr 2019 im Durchschnitt ca. 4-5 Cent pro kWh (Stand Anfang 2020) für den verkauften Strom. Sollte Ihre PV Anlage größer als 100 kWp sein, so wird auch während der 20 jährigen Vergütungszeit der Strom durch den Direktvermarkter verkauft. Um auf diese Methode nach 20 Jahren umzusteigen, müssten Sie also an Ihren bestehenden Verträgen nichts ändern.

Wie hoch der Börsenpreis in 20 Jahren sein wird, können wir heute noch nicht sagen. Wir wissen nur, dass die Nachfrage nach Strom voraussichtlich steigen wird und dass in 20 Jahren durch die gesetzlich bereits beschlossene Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland und durch den ebenfalls bereits gesetzlich beschlossenen Kohleausstieg im Jahr 2038 durch diese Quellen kein Strom mehr erzeugt wird. Daher wird von einem Anstieg der Strompreise an der Börse ausgegangen.

Stand heute => Ca. 4-5 Cent pro kWh

In 20 Jahren => noch unbekannt

PPA (Power Purchase Agreement) Verträge mit dem Energieversorger

Bei einem PPA Vertrag mit dem Energieversorger (Power Purchase Agreement) wird ein langjähriger Energieliefervertrag mit dem Energieversorger geschlossen. Oftmals werden hierzu große Rahmenverträge über mehrere Photovoltaik Großprojekte geschlossen, bei denen der Energieversorger eine feste Vergütung für 5, 10 oder 15 Jahre zahlt. Durch diese Verträge kann der Anlagenbetreiber planungssicher investieren und ist nicht von den schwankenden Strompreisen an der Börse abhängig. Der größte Vorteil ist jedoch, dass durch einen solchen PPA Vertrag in der Regel deutlich mehr gezahlt wird, als der derzeitige Börsenpreis. Höher als die EEG Vergütung ist der gezahlte Preis pro kWp derzeit (Stand Mitte 2020) nicht.

Aktuell werden diese Verträge vor allem geschlossen für förderfreie Solarparks, die keine Förderung durch das EE-Gesetz erhalten. Doch auch für Anlagen die aus der Vergütungszeit von 20 Jahren fallen, können diese Verträge geschlossen werden.

Aufgrund der stetig steigenden Strompreise für den Endverbraucher, der steigenden Nachfrage nach Strom und der Abschaltung der Atomkraftwerke sowie der Kohlekraftwerke kann davon ausgegangen werden, dass PPA Verträge in den kommenden 20 Jahren stetig lukrativer werden.

Stand heute => Ca. 5-6 Cent pro kWh

In 20 Jahren => noch unbekannt

Direkter Verkauf des Stromes an den Endverbraucher über Cloud Systeme

Bei einem Verkauf des Stromes in ein Cloud System wird der Strom der Photovoltaik Anlage in eine durch ein Unternehmen betriebene Cloud verkauft. Dieser Strom kann direkt durch den Endverbraucher aus dieser Cloud wieder gekauft werden. Aktuell können mit diesen Cloud Systemen bereits über 10 Cent pro kWh erzielt werden. Der Endverbraucher der alternativ ca. 29 Cent pro kWh zahlen müsste, kann den Strom über die Cloud günstiger erwerben.

Diese Systeme sind derzeit im Aufbau und noch nicht ausgereift genug. In den kommenden Jahren werden die Energie Clouds immer ausgereifter und marktfähiger sein, sodass sie von allen Photovoltaik Anlagen Betreibern genutzt werden können.

Stand heute => über 10 Cent pro kWh

In 20 Jahren => noch unbekannt