Power Purchase Agreement (PPA)

Ein PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen zwei Parteien, normalerweise ein Vertrag zwischen einem Stromerzeuger und einem Kunden. Alternativ ist ein Vertrag zwischen einem Stromerzeuger und einem Energieversorger möglich. Das PPA legt alle Bedingungen fest, wie die Menge des zu liefernden Stroms, den ausgehandelten Preis, die Handhabung der Bilanz und Geldstrafen für Vertragsverletzungen. Da es sich bei PPA um einen bilateralen Vertrag handelt, kann PPA viele Arten annehmen und  somit an die Vertragsparteien angepasst zu werden. Stromlieferungen laufen physisch oder bilanziell ab. Da PPA zur Verminderung des Marktpreisrisikos eingesetzt werden kann, eignet sich PPA besonders für große Stromverbraucher und große geplante Kapitalanlagen in den Bau oder den kontinuierlichen Betrieb erneuerbarer Energien. Im Gegensatz zu den USA ist PPA in Deutschland noch nicht groß ausgedehnt. Seit 2021 hat die Zahl der PPAs in den ersten deutschen Post-EEG-Fabriken erheblich zugenommen.

Photovoltaik Investment Power Purchase Agreements

Warum ein Power Purchase Agreement (PPA) in Deutschland?

Ein PPA Vertrag in Deutschland ist derzeit aus zwei Gründen interessant: 

  • Die PV Anlage wurde 20 Jahre lange gefördert und läuft aus der EEG Vergütungszeit aus. Alternativ zur Vermarktung des Stromes an der Stombörse durch einen Direktvermarkter (Direktvermarktung über Strombörse) kann der Strom planungssicher über einen PPA Vertrag vermarktet werden.
  • Solarparks, welche die Voraussetzungen für eine EEG Förderung nicht erfüllen, können den erzeugten Strom über einen PPA Vertrag vermarkten.

Power Purchase Agreement (PPA) und die Finanzierung von Erneuerbaren Energien

In einigen Ländern sind Power Purchase Agreement (PPA) zu einer Methode zur Finanzierung des Baus (d.h der Investitionskosten) und des Betriebs (d.h der Betriebskosten) erneuerbarer Energieanlagen geworden. Sie eignen sich besonders für Länder, in denen Versorgungsunternehmen einen Teil der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien abdecken müssen oder wollen. Investitionen in erneuerbare Energien sind aufgrund von Steuererleichterungen attraktiv. Die Vereinigten Staaten sind ein Beispiel hierfür. In Bereichen, in denen Politiker die Entwicklung erneuerbarer Energien noch nicht fördern wollen, bietet die PPA auch die Möglichkeit, erneuerbare Energien zu forcieren.

Power Purchase Agreement (PPA) - Auslaufen des Förderzeitraums

Wenn die rechtliche Unterstützung für die bestehende Anlage abläuft, können Sie PPAs wählen, um die spätere Finanzierung des Anlagenbetriebs sicherzustellen (d.h die Betriebskosten wie Wartung zu decken).

In Deutschland ist PPA hinsichtlich der Unterstützung des bestehenden Marktprämienmodells und der aktuellen Einspeisevergütung derzeit nicht für die Finanzierung erneuerbarer Energien erforderlich. Fallen ab 2021 allerdings die ersten PV-Anlagen aus der EEG-Förderung, dann sind PPAs eine Variante um eine weiterführende Finanzierung und somit den Weiterbetrieb über die EEG-Förderdauer hinaus zu bürgen. Mit dem Rückgang der EEG-Unterstützung sowie der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien werden auch neue Kraftwerke in Deutschland selbst mit PPA finanziert werden.

Power Purchase Agreement (PPA) - Wer schließt ab?

Anlagebetreiber für erneuerbare Energien oder zweiseitig PPAs mit Verbraucherunternehmen oder Stromhändlern, die den erzeugten Strom an spezielle Stromverbraucher generieren (wodurch der Vertrag wieder zu einem "Unternehmens-PPA" wird) oder auf andere Weise in Elektrizität Börsennotierung. Viele internationale Unternehmen haben aktuell einen Teil ihres Stromverbrauchs über PPA akquiriert oder planen, mehr zu tun. Gegenüber stabilen, berechenbaren Strompreisen stehen auch Ökologie und innovatives Image im Vordergrund. Insbesondere für Anlagenbetreiber mit hohen Investitionen und niedrigen Betriebskosten wie bei Solar und Windkraftanlagen ist PPA eine bewährte Methode, um das Risiko von Strompreisschwankungen zu verringern. Eine sicherere Stromzahlung erhöht das Vertrauen (und den Telegraphen der finanzierenden Bank) und argumentiert, dass der Erlös aus dem Stromverkauf die Investitionskosten ausgleichen und das Projekt rentabel machen wird.

Power Purchase Agreements PPA - verschiedene Arten

Es gibt viele mögliche und praktische Vertragsvereinbarungen, so dass es schwierig ist, verschiedene Arten von PPA zu definieren. Darüber hinaus können die verschiedenen Eigenschaften von PPA in der Systematik nicht klar unterschieden werden.

Off-site Power Purchase Agreements (PPA)

Off-Site-PPA stellt keine direkte materielle Stromversorgung zwischen der Anlage und den Kunden in der Nähe dar, sondern stellt nur die Abnahmevereinbarung für die Abrechnung der in der PPA definierten materiellen Strommenge dar. Im Vergleich zu PPA vor Ort versorgen die Produzenten die Verbraucher über das Stromnetz mit Strom. Zudem ist eine zusätzliche Verarbeitung durch die Ausgleichsgruppe der Stromerzeugenden Anlage und die reduzierten Verbraucher erforderlich. Das Kraftwerk muss nicht in der Nähe des Stromabnehmers installiert werden. Dies bietet außerdem Flexibilität, da der Betreiber nun den Standort mit den besten Bedingungen oder der vorhandenen Anlage der Wind- oder Solaranlage auswählen kann.

Die Anlage kann auch eine Reihe von Stromabnahmeverträgen mit verschiedenen Kunden abschließen, die einen Teil der Stromerzeugung über ihre Ausgleichsgruppe gutschreiben. Der Stromlieferpreis wird im PPA vereinbart. Dies bietet allen Teilnehmern langfristige Preissicherheit. Mitgliedsbeiträge und Netzgebühren werden weiterhin an Netzbetreiber gezahlt. Während der Stromerzeugung erzeugte Ökostromzertifikate können und werden in der Regel an Kunden übertragen.

Ein Beispiel:

Ein Betrieb aus Süddeutschland möchte Ökostrom kaufen, ohne sich auf die Preisentwicklung der Strombörse oder ihrer früheren Lieferanten verlassen zu müssen. Daher wurde ein Remote-PPA mit Projektingenieuren in Norddeutschland abgeschlossen. Dieser bildet nun in Schleswig-Holstein einen Windpark und bringt die vertraglich vereinbarten Strommengen der dortigen Gesamtproduktion oder auch die Gesamtproduktion in den Bilanzkreis des Betriebes aus Süddeutschland. Daher erfolgt keine direkte physische Lieferung.

On-site Power Purchase Agreements (PPA)

Durch Stromabnahmeverträge vor Ort kann die physische (nicht nur bilanzielle) Stromversorgung direkt bereitgestellt werden. Es muss räumliche Nähe geben. Dazu gehört, dass sich das Kraftwerk hinter dem Lieferort des Kunden befindet, bsp. auf dem Firmengelände. Mit PPA vor Ort können Sie Kosten wie Strom, der durch installierte Anlagen erzeugt wird, wie z. B. Netzwerkkosten, eliminieren oder reduzieren, da diese über direkte Stromleitungen und nicht über öffentliche Netze zu den Kunden fließen. Die Größe der Anlage und damit die Festlegung des "Stromabnahmevertrags" basiert hauptsächlich auf dem Verbrauchsformat des Kundens. Netzbetreiber haben sich so weit integriert, dass sie überschüssigen Strom liefern können. Da durch die PPA vor Ort erzeugte elektrische Energie den Energieverbrauch des Unternehmens direkt senkt, sind alle PPAs vor Ort auch PPAs des Unternehmens.

Ein Beispiel:

Ein Industrieunternehmen hat ein geeignetes Dach auf dem Firmengelände und möchte die Kosten für den Kauf von Strom senken. Das Unternehmen möchte jedoch keine Solaranlage auf dem Dach selbst bauen, sondern Investitions-, Projekt- und Betriebsrisiken ausräumen. Zu diesem Zweck schloss er mit einem Projektentwickler eine Standort-PPA ab. Der Projektentwickler mietet die Dachfläche, installiert dort eine PV Anlage und verkauft den Strom per PPA Vertrag an das Industrieunternehmen.

Sleeved PPA Power Purchase Agreements (PPA)

Kurz gesagt, das Hülsen-PPA ist eine Art externes PPA, bei dem der Energiedienstleister einige Prozesse durchführt und als Vermittler zwischen Produzenten und Verbrauchern agiert.

Synthetische - Power Purchase Agreements (PPA)

Das synthetische PPA trennt den physischen Strom vom finanziellen Strom und ermöglicht so flexiblere vertragliche Vereinbarungen. Wie beim eigentlichen PPA stimmen sowohl der Hersteller als auch der Kunde über einen Kaufvertrag für synthetischen Strom (auch als SPPA bekannt) dem Strompreis pro kWh zu. Elektrische Energie wird jedoch nicht direkt vom Kraftwerk an die Verbraucher übertragen. Stattdessen bringt der Energiedienstleister des Produzenten (z. B. ein Stromhändler) den erzeugten Strom in seine Ausgleichsgruppe und handelt ihn beispielsweise mit der Kommunikation vor Ort. Verbraucher-Energieversorger (z. B. Stadtwerke) kaufen auf Verbraucherseite genau die Futtermittelprofile der PPA-Partner, die der Erzeuger seinen Energiedienstleistern zur Verfügung gestellt hat. Bei synthetischem PPA wird dieser Strom nun durch den sogenannten Differenzvertrag ergänzt. In diesem Fall verpflichtet sich die PPA-Partei, eine zusätzliche finanzielle Entschädigung in dem Bereich zu zahlen, in dem der Preis der kompensierten Stromgebühr von ihrem bilateralen Verhandlungspreis abweicht. Daher verfügt jeder PPA-Vertragspartner über zwei Zahlungsvorgänge, einer arbeitet mit dem entsprechenden Energiedienstleister und der andere mit dem PPA-Vertragspartner und jeder Zahlungsvorgang summiert sich somit zu dem zu Beginn definierten PPA-Preis. Die erforderliche Preissicherheit wird auf beiden Seiten erlangt. Da die direkte physische Lieferung zwischen Vertragspartnern wie z.B. PPA vor Ort entfällt und direkte Buchhaltungsbeziehungen zwischen zwei Vertragspartnern wie z.B. PPA außerhalb des Standorts entfallen, stellt diese Form der PPA ein einfaches und geringes Management dar.

Vorteile von Power Purchase Agreements

Die Vorteile eines Power Purchase Agreements für Akteure am Energiemarkt sind: langfristige Preissicherheit, die Möglichkeit, Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten zu finanzieren oder das Risiko des Kaufs und Verkaufs von Strom zu verringern. Darüber hinaus kann eine spezifische physikalische Stromversorgung mit bestimmten regionalen Merkmalen und einem Herkunftsnachweis durchgeführt werden. Dies bietet Kunden die Möglichkeit, ihre Marken nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Die Offenheit der Vertragsvereinbarung lässt auch viel Raum für die Abbildung der persönlichen Vorlieben von Fabrikbetreibern und Stromabnehmern. Dies gilt auch für die Preisgestaltung: PPA kann zu einem festen Preis festgelegt werden oder eine stärkere Beteiligung an Marktrisiken sowie Chancen ermöglichen.

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