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Photovoltaik Steuer

Solaranlage Abschreibung und Steuer

Durch den Betrieb einer Photovoltaik Anlage ergeben sich viele Steuervorteile und Abschreibungsmöglichkeiten. Im Jahr der Anschaffung und sogar in den Jahren vor der Anschaffung können bereits bis zu 55% der gesamten Anschaffungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

   Gliederung

 

I.    Abschreibung
II.  Umsatzsteuer
III. 6 Tipps
IV. FAQs

I. Photovoltaik Abschreibung Einkommensteuer

Für Photovoltaik Anlagen können drei verschiedene Formen der Abschreibung genutzt werden:

  1. Investitionsabzugsbetrag:   Schreiben Sie 40% des Netto-Verkaufspreises im Jahr vor der Anschaffung ab
  2. Sonderabschreibung:   Schreiben Sie 20% des Netto-Verkaufspreises beliebig innerhalb der ersten 5 
Jahre ab
  3. Lineare Abschreibung:   Schreiben Sie 20 Jahre lang je 5% des nach Investitionsabzug und 
Sonderabschreibung übrigen Nettowerts ab.

1. Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g Abs. 1 EStG 

Wenn die übrigen Anspruchsvoraussetzungen vorliegen, können bereits bis zu 3 Jahr vor der Anschaffung max. 40 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten als fiktive Betriebsausgaben abgezogen werden. Wird ein IAB in der Steuererklärung angegeben und nicht innerhalb von 3 Jahren geltend gemacht, so wird er rückwirkend aufgelöst.

Gesetzesänderung Investitionsabzugsbetrag

Gute Neuigkeiten zur Abschreibungsmöglichkeit von Photovoltaikanlagen. Seit Beginn des Jahres 2016 gilt eine neue Regelung zu Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG.

Betriebe können nun in der steuerlichen Gewinnermittlung ohne weitere Angaben Abzugsbeträge für begünstigte künftige Anschaffungen im beweglichen Anlagevermögen (bis zu einem Höchstbetrag von 200.000€) steuermindernd geltend machen. Unterlagen für einen konkreten Nachweis der spezifischen Investitionsabsicht sind jetzt nicht mehr erforderlich. Die Gesetzesänderung vereinfacht erheblich die Anwendung des § 7g EStG. Investoren können nun erheblich flexibler steuerbegünstigt investieren.

2. Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG

Zusätzlich sind Sonderabschreibungen in Höhe von bis zu 20 % der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten möglich, die beliebig über die ersten fünf Jahre verteilt werden können. Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibung und lineare Abschreibung ist der Restbuchwert nach der Bildung des IABs.

 

3. Lineare Abschreibung

Bei der Einnahmenüberschussrechnung sind die Regelungen über die Absetzung für Abnutzung (AfA) zu befolgen, d.h. die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage (gemindert um evtl. Zuschüsse, vgl. IV./5.) sind auf die steuerliche Nutzungsdauer von 20 Jahren zu verteilen und in gleichen Jahresbeträgen (jährliche AfA = 5 %) zu berücksichtigen. Im Jahr der Fertigstellung, kann die AfA allerdings nur zeitanteilig vorgenommen werden, also für die noch verbleibenden Monate des Jahres.

Abschreibung RECHENBEISPIEL 1

Bemessungsgrundlage für die AfA sind die Anschaffungskosten i.H.v.100.000€
Die Anschaffungskosten können im Jahr der Anschaffung um 40% = 40.000€,
höchstens jedoch um die Hinzurechnung (40.000€) gewinnmindernd herabgesetzt werden (§ 7g Abs. 2 Satz 2 EStG)
/40.000€
Bemessungsgrundlage für die AfA, erhöhte AfA, Sonderabschreibungen 60.000€
Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG 20 % von 60.000€/12.000€
Lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG (5 %) /3.000€
Restbuchwert 45.000€

Abschreibung RECHENBEISPIEL 2

Planung des Kaufes in 2017, Steuersatz 45%200.000€
Investitionsabzugsbetrag80.000€
Steuerersparnis in 2017 durch IAB36.000€
Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibungen120.000€
Sonderabschreibung nach § 7 EStG (5 %)24.000€
Lineare AfA nach § 7 Abs. 1 EStG (5 %) 6.000€
Steuerersparnis in 201813.500€

Die Steuerersparnis bei einer Investition von 200.000€ beträgt 49.500 €.

II. Umsatzsteuer

Förderungen von Photovoltaikanlagen werden durch das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Da der erzeugte Strom an einen Netzbetreiber verkauft wird, liegt aus steuerlicher Sicht grundsätzlich eine unternehmerische Tätigkeit vor. Eine Gewerbeanmeldung ist daher notwendig. Nun wird neben der Einkommensteuererklärung eine Umsatzsteuererklärung abgegeben (mittels dem Elster Programm, monatlich, quartalsweise oder jährlich). In der Umsatzsteuererklärung werden die Einnahmen gegen die Ausgaben gerechnet.

Ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG ist zu empfehlen, denn wir sind mit PV Vorsteuerabzugsberechtigt. Dh. wir können alle Ausgaben im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage Netto bezahlen und Steuern sparen.

Beispiel:

Die Anschaffungskosten der Solaranlage werden Brutto gezahlt. Nach Abgabe der Umsatzsteuererklärung, werden die 19% Mehrwertsteuer wieder vom Finanzamt erstattet. Einnahmen sind die Erlöse des Stromverkaufes. Diese werden inkl. der Umsatzsteuer überwiesen, diese muss an das Finanzamt weitergeführt werden. 

Photovoltaik und Gewerbe anmelden

Da Sie mit dem Verkauf von Strom eine unternehmerische Tätigkeit aufnehmen, müssen Sie dies dem Finanzamt mitteilen, in dessen Bezirk Sie wohnen. Diese schriftliche Mitteilung kann formlos erfolgen.

Im Anschluss daran erhalten Sie den Vordruck „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bei Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit“, den Sie ausgefüllt bei Ihrem zuständigen Finanzamt einreichen. Sie können den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auch im Vorfeld im Vordruckangebot auf den Internetseiten der Finanzverwaltung herunterladen und gleich mit der Mitteilung an das Finanzamt übersenden. Sobald der ausgefüllte Fragebogen dem Finanzamt vorliegt, kann eine Steuernummer erteilt werden, die der Netzbetreiber zur Abrechnung benötigt.

Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz – UStG

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage kann als sog. Kleinunternehmer behandelt werden, wenn die Umsätze im Gründungsjahr nicht mehr als 17.500 € betragen und im Folgejahr 50.000 € voraussichtlich nicht übersteigen werden. Auf die Umsätze wird dann keine Umsatzsteuer erhoben.

Hierfür ist allerdings Voraussetzung, dass der Anlagenbetreiber keine Rechnungen bzw. der Netzbetreiber keine Gutschrift mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellt.

Wird die Umsatzsteuer in der Rechnung offen ausgewiesen, so ist diese Steuer durch den Anlagenbetreiber zwingend an das Finanzamt abzuführen.

Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung kann keine Vorsteuer aus den Eingangsrechnungen (auch aus dem Erwerb der Anlage!) vom Finanzamt erstattet werden. Betreiber von Photovoltaikanlagen verzichten deshalb regelmäßig auf die Kleinunternehmerregelung und wählen die sogenannte Regelbesteuerung, weil dann das Finanzamt die vom Verkäufer der Anlage in Rechnung gestellte Umsatzsteuer, sowie Steuerbeträge, die für den laufenden Unterhalt der Anlage anfallen, als Vorsteuer erstattet.

Der Anlagenbetreiber wird, wenn er sich für die Regelbesteuerung entscheidet, steuerlich wie jeder andere Unternehmer behandelt. Er muss die aus der Lieferung an den Netzbetreiber entstehende Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Abgabetermine von Umsatzsteuer Voranmeldungen

Bei Anwendung der Regelbesteuerung muss der Unternehmer im Kalenderjahr der Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit und im folgenden Kalenderjahr monatlich bis zum 10. Tag des Folgemonats eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben.

Ab dem dritten Jahr, kann die Umsatzsteuererklärung

  • jährlich (unter 1.000€ UST p.a.) bis spätestens zum 31. Mai des Folgejahres
  • quartalsweise (zwischen 1.000€ und 7.500€ UST p.a.) bis zum 10. Tag des Folgequartals
  • oder weiterhin monatlich (ab 7.500€ UST p.a.)

abgegeben werden.

Aufgrund der sehr genau kalkulierbaren Erträge von Photovoltaikanlagen, kann auch vorzeitig vor Ablauf der ersten drei Jahre eine jährliche Abgabe bzw. eine Abgabe quartalsweise beantragt werden.

 

Abgabeform der Umsatzsteuererklärung

Die Voranmeldungen sind grundsätzlich auf elektronischem Weg beim Finanzamt einzureichen. Das hierzu erforderliche Programm „ELSTER“ ist kostenlos auf einer CD im Finanzamt erhältlich bzw. kann unter www.elster.de heruntergeladen werden. In Ausnahmefällen kann das Finanzamt auf Antrag genehmigen, die Voranmeldungen auf dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck in Papierform abzugeben.

In der Voranmeldung sind die Nettoumsätze sowie die darauf entfallende Umsatzsteuer (19 %) getrennt anzugeben. Von der Umsatzsteuerschuld können als Vorsteuer jene Umsatzsteuerbeträge abgezogen werden, die dem Unternehmer im Zusammenhang mit der Anlage gesondert in Rechnung gestellt worden sind.

Der so errechnete Betrag ist an das Finanzamt abzuführen. Wird dem Finanzamt die Ermächtigung erteilt, Zahlungsbeträge im Lastschriftverfahren einzuziehen, erleichtert dies den Zahlungsverkehr.

Unternehmensvermögen

Gegenstände, die für das Unternehmen verwendet werden, stellen grundsätzlich Unternehmensvermögen dar. Für Gegenstände, die sowohl unternehmerisch als auch unternehmensfremd (privat) genutzt werden, hat der Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht, wenn die unternehmerische Nutzung mindestens 10 % beträgt. Wird ein Gegenstand zu weniger als 10 % unternehmerisch genutzt, kann er dem Unternehmensvermögen nicht zugeordnet werden.

Die Einstufung als Unternehmensvermögen ist entscheidend für den Vorsteuerabzug. Wird der gesamte erzeugte Strom ins Netz eingespeist, ist die Anlage zwingend Unternehmensvermögen.

 

Absetzbare Aufwendungen als Betreiber einer Photovoltaikanlage Beispiele

  • Abschreibung der Anlage
  • Dachpacht
  • Zinsen
  • Verwaltungskosten
  • Wartungskosten
  • Versicherungen
  • Reisekosten
  • Bürokosten
  • Handy Rechnungen
  • Internetkosten
  • Computer
  • Seminarkosten
  • Bewirtungskosten
  • Werkzeugkosten
  • Gewerbeanmeldung
  • Steuerberatung
  • Rechtsberatung

und vieles mehr…

III. Photovoltaik Steuerberater: 6 Tipps

IV. Photovoltaik Steuer – FAQs

Brauche ich einen STEUERBERATER?

Ein Steuerberater ist für den Betrieb einer Photovoltaikanlage sehr ratsam, die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten sind umfangreich.

Manche Steuerberater haben sich auf dieses Gebiet spezialisiert und betreuen bereits viele Mandaten mit deren Photovoltaik Investments. Manche besitzen auch selbst Photovoltaikanlagen oder sind an einer beteiligt.

Wenn Sie von noch keinen Steuerberater zur Seite haben, suchen Sie am besten einen, der bereits Erfahrung mit Photovoltaik hat. Ein Steuerberater kann auch weiter entfernt seine Kanzlei haben. Man wird nicht jede Woche ein persönliches Gespräch mit ihm führen. Vieles wenn nicht sogar alles im Punkt Steuern lässt sich am Telefon per Fax, Post und Email regeln.

Zum Thema Investitionsabzugsbetrag (IAB) – Handelt es sich bei einer Photovoltaikanlage um ein bewegliches Wirtschaftsgut?

Um Steuern zu sparen und einen Investitionsabzugsbetrag (IAB) bilden zu können, benötigen wir ein bewegliches Wirtschaftsgut. Aufdach- bzw. Dachparallelanlagen und Freiflächenanlagen zählen als bewegliche Wirtschaftsgüter, die nur für eine vorübergehende Zeit und einen vom Haus getrennten wirtschaftlichen Zweck errichtet werden. Sie können ohne weitere Beeinträchtigung des Gebäudes oder Grundstücks wieder entfernt werden. Indachanlagen könnte man hingegen schon als Bestandteil des Gebäudes betrachten, nämlich als sein Dach. Sie wären damit Teil einer Immobilie. Steuerlich macht das einen Unterschied, denn eine Dachinterne PV Anlage kann nur gemeinsam mit der Immobilie über einen deutlich längeren Zeitraum abgeschrieben werden. Bei Photovoltaik Direktinvestments auf fremden Grundstücken und Dachflächen handelt es sich immer um ein bewegliches Wirtschaftsgut.

Ist eine Gewerbe Anmeldung und ein Gewerbeschein zwingend notwendig?

Ja. Mit einem Gewerbeschein bekommen wir eine eigene Steuernummer. Er erleichtert die Vorgänge rund um die Mehrwertsteuer, denn uns fragt das EVU danach, damit es die Einspeisevergütung zuzüglich 19% Umsatzsteuer monatlich an uns überweisen kann. Diese müssen wir dann unsererseits bei der regelmäßigen Einkommensteuervoranmeldung an das Finanzamt weiter überweisen. Und wenn wir unsere Kfw. Auflagen zum PV-Kredit lesen, steht dort: „Auszahlung nur nach Vorlage eines Gewerbescheins möglich“.

Muss ich Gewerbesteuer zahlen?

Ein Gewerbebetrieb im Sinne des § 15 EStG ist dem Grunde nach auch gewerbesteuerpflichtig. Gewerbesteuer fällt aber erst an, wenn der Gewinn aus der gewerblichen Tätigkeit 24.500 € im Jahr übersteigt.

Habe ich Steuer Vorteile bei der Erbschafts-/ Schenkungs- Steuer?

Photovoltaikanlagen sind grundsätzlich Betriebsvermögen im Sinne der Erbschaft- und Schenkungs- Steuer. Damit stehen dem Erben bzw. Beschenkten auch die besonderen steuerlichen Vergünstigungen/Freistellungen für Betriebsvermögen zu. Insoweit lassen sich Vermögensübertragungen zu Lebzeiten steuerfrei vollziehen.

Kann ich die Steuer Abschreibung nutzen bei einem Eigennutz der Photovoltaikanlage?

Photovoltaikanlagen die ausschließlich Strom für den Eigenverbrauch erzeugen, bleiben steuerlich unbedeutend.

Wie kann ich durch Photovoltaik Steuern sparen bei einer Abfindung ?

Photovoltaikanlagen bringen zum Zeitpunkt der Anschaffung und bereits vor der Anschaffung hohe Steuervorteile. So ergeben sich enorme Steuerersparnisse in Kombination mit einer Abfindung. Eine detaillierte Erklärung finden Sie hier: Photovoltaik Abfindung

Wie sieht ein konkreter Vergleich der Steuer Abschreibung zwischen einer vermieten Immobilie und einer Photovoltaik Anlage aus?

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